Augen auf beim Rechtsschutz!

Rechtsstreitigkeiten können schnell sehr teuer werden, weil neben den Gerichts- und Anwaltskosten oft teure Sachverständigengutachten anfallen.

Abhilfe kann eine Rechtsschutzversicherung schaffen. „Klassiker“ sind der Arbeits-, Miet- und Verkehrsrechtschutz. Die Versicherungen funktionieren meistens nach einem Baukastenprinzip: Als Versicherungsnehmer kann man sich aus einzelnen Bausteinen den passenden Schutz individuell zusammenstellen. Ob man die richtige Versicherung abgeschlossen hat, erfährt man oftmals erst dann, wenn man sie braucht. So gibt es Rechtsschutzversicherungen, die vor dem Gang zum Rechtsanwalt zwingend verlangen, dass eine Mediation durchgeführt wird, um zu versuchen, den nahenden Rechtsstreit gütlich zu bereinigen. Was nach wünschenswerter Harmonie klingt, kann der Versicherung Kosten ersparen. Doch Mediation gibt es nicht zum Nulltarif und das kann schnell teuer werden!

Erfolgsaussicht entscheidet

Günstigere Tarife lassen sich in der Regel erzielen, wenn man eine höhere Selbst­beteiligung wählt. Ein Selbstbehalt von 150 bis 300 Euro ist geeignet, nicht wegen jeder Bagatelle einen Rechtsanwalt einzuschalten, und führt gleichwohl dazu, dass man mit einem überschaubaren Kostenaufwand dennoch den gewünschten Rechtsrat und Beistand erhält. Dabei ist es oftmals so, dass eine reine Rechtsberatung mindestens einmal im Jahr ohne den Selbstbehalt in Anspruch genommen werden kann. Eine Rechtsschutzversicherung kann jedoch ihre Einstandspflicht ablehnen, wenn ihr die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen durch den Versicherungsnehmer mutwillig erscheint. Diese Einschränkung setzt voraus, dass die voraussichtlich entstehenden Kosten in einem groben Missverhältnis zum angestrebten Erfolg stehen. Diesen Einwand muss die Versicherung aber sofort erheben und darf ihn nicht erst im Laufe eines Verfahrens nachschieben.

Verkehrsrechtsschutz sofort

Wie bei jeder Versicherungsleistung gilt, dass die sprichwörtlich „brennende Scheune“ nicht versichert werden kann. Deshalb haben die Versicherungen für ihre Eintrittspflicht auch oftmals eine Karenzzeit vereinbart. Das bedeutet, dass beim erstmaligen Abschluss einer Rechtsschutzversicherung meist für drei Monate keine Deckung durch die Rechtsschutzversicherung erfolgt.
Ausnahmen bestehen im Verkehrsrechtsschutz, der meist sofort eintritt. Zurückliegende Fälle werden selbstverständlich, getreu dem eben genannten Motto, nicht versichert. Rechtsschutzversicherungen versuchen deshalb auch oft die Entstehung des Versicherungsfalles in eine Zeit zu legen, die noch unversichert war. Kurios: Wenn die Rechtsschutzversicherung in einem solchen Fall tatsächlich nicht einspringen will, kann man unter Umständen mit Hilfe seines Rechtsschutzes juristisch gegen die „eigene“ Versicherung vorgehen.