Atomunglück: Rückkehr trotz Strahlung?

Die japanische Regierung will ein Dorf nahe Fukushima für die Wiederbesiedlung freigeben. Umweltschützer warnen davor.

Sechs Jahre ist das Unglück von Fukushima nun her, bei dem es nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zur Kernschmelze kam. Jetzt hat die Regierung die Evakuierungsanordnung für einen Ort in der Umgebung aufgehoben. Zum 31. März sollen die Bürger in das Dorf Iitate zurückkehren.

Umweltschützer warnen

Doch ist eine Ansiedlung wirklich schon möglich, ohne die Gesundheit der Menschen zu gefährden? Die Umweltschutzorganisation Greenpeace Japan hat Bodenproben entnommen. Das Ergebnis: In umliegenden Wäldern von Iitate sei die gemessene Strahlung vergleichbar mit dem derzeitigen Strahlenniveau innerhalb der 30-Kilometer-Sperrzone von Tschernobyl. Eine Rückkehr stelle ein „nicht hinnehmbares“ Risiko für die Bewohner dar. Die Strahlenwerte, die die japanische Regierung gemessen hat, fallen niedriger aus – Zahlen, denen viele misstrauen. Tatsächlich sei die Strahlensituation in Iitate auch für die kommenden Jahrzehnte alles andere als normal, glauben Umweltschützer.

Ausgleichszahlungen enden

Die 6.000 Bürger von Iitate sollen selbst entscheiden, ob sie zurückkehren. Doch die vermeintliche Wahlfreiheit empfinden viele als eine Farce, denn die Regierung stellt im nächsten Jahr die Kompensationszahlungen für die betroffenen Bürger ein. Viele Menschen werden dann aus finanziellen Gründen zur Rückkehr in ihre Häuser gezwungen sein.