"Mutigere Schritte wären nötig gewesen"

Die Weltklimagipfel in Doha ist zu Ende. Zwar einigten sich die Teilnehmer auf eine Fortführung des Kyoto-Protokolls – dem Klima hilft der Kompromiss nach Ansichten von Verbänden aber wenig.

Die Verhandlungen für ein neues Klimaabkommen sind am vergangenen Wochenende in Doha zu Ende gegangen. Im Ergebnis hat sich die Konferenz auf eine Fortführung des Kyoto-Protokolls bis 2020 und den Rahmen für die Verhandlungen eines Nachfolgeabkommens geeinigt.

Bundesumweltminister Peter Altmaier, der erst am Freitag angereist war, zeigte sich mit den Ergebnissen zufrieden: Das Doha Climate Gateway hat das Tor in die Zukunft des internationalen Klimaschutzes geöffnet.

Verbände kritisieren die Ergebnisse

Umweltverbände dagegen kritisierten die Ergebnisse des Klimagipfels. Der Klimaschutz ist in Doha auf der Strecke geblieben. Die wachsweichen Beschlüsse der Konferenz leisten keinen Beitrag, um den globalen Temperaturanstieg zu bremsen, kommentiere Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Verhandlungen.

Auch die Energiebranche kritisiert die Ergebnisse als unzureichend. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), sagte: Die Fortführung des Kyoto-Protokolls bis 2020 und die Einigung auf das Arbeitsprogramm für ein Nachfolgeprotokoll sind im Grundsatz zu begrüßen. Das Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, hätte jedoch weitreichendere Schritte erfordert.

Emissionshandel, Erneuerbare, Energieeffizienz: EU kann Akzente setzen

Der VKU nutzte die Gelegenheit, auf EU-weite Möglichkeiten des Klimaschutzes hinzuweisen. Durch Maßnahmen im Emissionshandel, der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz könne die EU wichtige Akzente setzen. Der Emissionshandel müsse laut VKU hierfür wieder so ausgestaltet werden, dass er Anreize für Investitionen in emissionsarme Technologien schafft.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien erfordere zudem langfristig stabile und berechenbare Rahmenbedingungen. Um Investitionssicherheit zu schaffen, ist es unumgänglich, dass die EU auch im Zeitraum 2020 bis 2030 spezifische verbindliche Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien vereinbart, sagt Reck.

Auch die Energieeffizienz muss nach Ansicht des VKU gesteigert werden. Der Ausbau hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie Energieberatungen für Verbraucher können dazu beitragen, die Energieeffizienz zu steigern und dadurch dem Klimawandel aktiv zu begegnen, so der VKU-Hauptgeschäftsführer.